In Deutschland gilt die situative Winterreifenpflicht. Das heißt, bei winterlichen Fahrverhältnissen (wie Schneematsch und Schneeglätte) müssen auf allen vier Rädern Winterreifen aufgezogen sein. Einen dafür ausgelegten Zeitraum sieht der Gesetzgeber (bislang) nicht vor, eine allgemeine Empfehlung ist die O-bis-O-Regel (von Oktober bis Ostern). Daran kann man sich orientieren, ausschlaggebend ist diese aber nicht. Im Nachbarland Österreich ist es zum Beispiel anders, hier herrscht bei winterlichen Verhältnissen vom 1. November bis 15. April die Winterreifenpflicht.

Übrigens: Festgehalten ist das Ganze in der StVO „§ 2 Absatz 3a“.


Mehr Grip in der kalten und rutschigen Jahreszeit

Winterreifen haben ein anderes Profil, sind weicher und für die kalte Jahreszeit optimiert. Spätestens bei einer Schneefahrbahn merkt man das auch, sodass der Einsatz dieser Pneus Sinn macht. Theoretisch könnte man bei trockener und griffiger Fahrbahn auch im Januar mit Sommerreifen fahren, in der Praxis wird sich aber niemand den ständigen Reifenwechsel antun. Stattdessen wechselt man zu Beginn des Winters und steckt erst im Frühjahr wieder um.


Die Sache mit der Kennzeichnung

Wurde ein Winterreifen nach dem 31.12.2017 produziert (erkennbar an der DOT-Nummer), dann muss das Alpine-Symbol (dreigezacktes Bergpiktogramm mit Schneeflocke) aufgebracht sein. In diesem Fall handelt es sich um einen dem Gesetz entsprechenden Winterreifen. Erfolgte die Herstellung vor dem oben genannten Datum, dann ist das bekannte M+S-Symbol ausreichend. Aber Achtung, die Übergangsfrist beziehungsweise die Gültigkeit ist nur bis zum 30.09.2024 gegeben. Ab diesem Zeitpunkt ist nur mehr das Alpine-Symbol gültig.


Ohne Winterreifen streikt die Versicherung

Herrschen winterliche Bedingungen und kommt es auf Sommerreifen zu einem Unfall, dann geht die Versicherung von einer groben Fahrlässigkeit aus. Die Folge: Versicherungsleistungen werden gekürzt oder sogar vollständig gestrichen. Was viele nicht wissen ist, dass davon auch Teil-und Vollkaskoversicherungen nicht ausgenommen sind.

Bei der Haftpflichtversicherung sieht es nicht besser aus. Hier spielt es sogar nur eine Nebenrolle, ob man den Unfall verursacht hat oder nicht. Auf Sommerreifen bei Winterwetter haftet man nämlich immer mit, das Amtsgericht entschied eine Mitverschuldung von 20 Prozent.


Die Investition in Winterreifen lohnt sich

Um sicher und ohne Strafen durch den Winter zu kommen, sollte man die O-bis-O-Regel berücksichtigen. Man hat einfach mehr Haftung und die Gefahr eines Unfalls sinkt deutlich.

Wichtig: Der Gesetzgeber schreibt in Deutschland bei Winterreifen eine Mindestprofiltiefe von 1,6 mm vor. Experten raten jedoch deutlich früher zu wechseln, da die Fahreigenschaften mit abnehmender Profiltiefe spürbar schlechter werden.